Warning: Parameter 1 to modMainMenuHelper::buildXML() expected to be a reference, value given in /www/htdocs/w007e890/libraries/joomla/cache/handler/callback.php on line 99

Skyrim

Skyrim: das Rollenspiel versenkt?

Ein Award nach dem anderen hat Skyrim nun abgeräumt, für viele ist es das Rollenspiel des Jahres 2011 und glänzt neben großartiger Atmosphäre vor allem mit einem enormen Questumfang. Auch ich habe mich durch die Wälder, Berge und eisigen Winde geschlagen und hatte meinen Spaß! Das beweist die nun auch schon recht hohe Spielzeit, das komplette abschließen einiger Gildenquest und die langsam unübersichtlich werdende Weltkarte mit all ihren angezeigten Entdeckungen.

Nur um so länger ich in Skyrim verweile, um so mehr drängt sich die Frage auf,  warum hier von Rollenspiel geredet wird. Wenn man die Checkliste durchgeht dann wäre da die Charaktererstellung - die in früheren Bethesda Titeln um einiges kreativer war, man steigt Stufen auf, verteilt Skillpunkte auf Fähigkeiten und erledigt Aufgaben in einer großen offenen Welt. Ist das schon ein Rollenspiel?



Wären dies die Eckpfeiler eines Rollenspiels, dann wäre bis auf die offene Welt jeder halbwegs moderne Multiplayershooter ein Rollenspiel, denn selbst da kann ich meinen Avatar erstellen, Perks definieren, Stufen aufsteigen und erledige je nach Spiel sogar Aufgaben.  Guckt euch Uncharted 3 oder Soccom 4 an. Far Cry 2 bot auch Quests, eine dynamische Open World und auch hier konnte man ein wenig an seinem Charakter rumbasteln. Manches Actionspiel bietet zudem eine hervorragende Geschichte, eine Disziplin in der die Eldar Scrolls Reihe noch nie sonderlich gut war und daher von mir jetzt nicht weiter beachtet wird.

Die Frage ist also, was haben moderne Rollenspiele gerade heutige Zeit Genreübergreifend eigentlich zu bieten? Einfache Antwort wenn man sich Spiele wie Deus Ex 3, die Mass Effect Reihe, Dragon Age oder Alpha Protocol zu Gemüte führt. Sie lassen mich eine Rolle spielen, fordern mich zu moralischen Entscheidungen auf und passen das gebotene Spielerlebnis meinem Vorgehen an. Das ist doch das spannende an den heutigen Spielen! Ich erlebe eine Geschichte wie in einem Roman, nehme aber Einfluss darauf was auf kommenden Seiten stehen wird. Es suggeriert das ich gerade meine eigene Geschichte schreibe, und nicht das was mir ein Autor vorkaut.

Wirklich großartig wird dies dann, wenn die Qualität so weit stimmt, das man in moralische Zwickmühlen gerät, über Leben und Tod entscheidet, inklusive der Konsequenzen. Radiere ich in Mass Effect eine Alienrasse aus, weil Sie mir böse erscheint? Stelle ich das Schicksal der Menscheit über meine Freunde? Rette ich die große Liebe oder zählt nur die Mission? Töte ich aus Habgier? Verschone ich Schwache? Bin ich böse, gut oder gehe ich den Mittelweg?

Skyrim kennt meist nur einen Weg und das ist der den der Autor vorgibt. Gefällt mir das Vorgehen nicht, oder passt es nicht zu der Rolle die ich mir auferlegt habe, dann bleibt mir nichts anderes übrig als die Quest links liegen zu lassen. Enttäuschend! Auch Storywendungen durch Entscheidungen, optionale Lösungswege die den weiteren Fortlauf der Quests beeinflussen, das schleifen und pfeilen eines Alter Egos ist in Skyrim nicht gegeben. Öfters habe ich geflucht weil ich Menschen töten musste, nur weil dem Autor dies ins Konzept passt, ich musste Leute verschonen, die ich gerne ausgeliefert hätte und musste Unterhaltungen führen, die ich bei einer Wahl so nicht geführt hätte.

Schade, denn mit etwas mehr modernem Rollenspielflair wäre so aus Skyrim wesentlich mehr geworden, als ein stimmungsvolles Fantasy Action Spiel, das überspitzt mehr mit Call of Duty gemein hat, als mit heutigen Action-Rollenspiele a la Alpha Protocol.

 

Aktualisiert (Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 17:15 Uhr)

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren