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ArcheAge

Ich habe bisher weder ein MMOG Tagebuch geschrieben, noch ein Sandbox MMOG gespielt, mit ArcheAge nehme ich nun beides in Angriff. Es bietet sich einfach an, in einem Spiel, wo die Spielerfahrung aufgrund der Freiheit des Spielers das Erlebte definiert und eben weniger der Spieldesigner mit Quests, Raids und gleichen Abläufen für alle Spieler. Die Grenzen in ArcheAge sind weit gesteckt und ich habe in meinen wenigen Stunden schon einige spannende Dinge erlebt. Man selbst gibt Spieltempo und Ziele vor und ob nun einsamer schatzsuchender Pirat, Oberhaupt einer Immobilien und Handelsgilde oder einfacher Bauer, man selbst sucht sich den Weg und ist seltsam entspannt, denn die typischen MMOG Ziele die einem Wettlauf gleichen aus Items, Grind, Raid und Epic Set, sind hier viel weniger Spielziel.

Eine Info vorab, der Start von ArcheAge war äußerst holprig und sicher einer der schlechtesten seiner Art, das soll hier aber nicht Thema sein. Ich kann nur jedem raten der das Spiel testen möchte, sich nicht die zwei vollgelaufenen Sever Eanna und Kyprosa auszusuchen und vor allem nicht als Free to Play Spieler zu starten. Es ist verlockend einfach mal ganz kostenlos in dieses Spiel zu schnuppern. Nur sind die Aktionsmöglichkeiten im Spiel zum Teil stark begrenzt (Crafting, Hausbau, Land in Besitz nehmen) und zusätzlich haben alle Abo Spieler bei der Serveranmeldung vorrang. Im Klartext, als Free to Play Spieler habe ich mich um 17h eingeloggt um dann um 0:30h im Spiel zu sein, das sind geschmeidige 7,5 Stunden Wartezeit. Nach dem Abschluss eines Abos dauert es nun in der Regeln zwischen einer und fünf Minuten. Also aufs ins Abenteuer...

Da steht sie nun, die bildhübsche Laynfear. Eine Nuian mit schwarzem, leicht hochgesteckten Haar, zauberhaften Gesichstzügen, ja man konnte sich im Editor herrlich austoben. Nach einer etwas hochtrabenden Einstiegsgeschichte um Götter, Völkerwandungern und Intrigen, die mir ehrlich gesagt egal ist, da ich mir um mein Volk und deren oberen 10.000 als kommender Wegelagerer, Pirat oder Bauer weniger Sorge. Ich betrachte mich im Spiel nur flüchtig, es wird eher in die Hände gespuckt! Auf zum Abenteuer. Dieser Drang nach Abenteuer und das vernachlassigen der Körperhygiene in Form der kurzen Betrachtung meiner Laynfear im Spiel, sollte sich später noch rächen.

Ich liebe Gewusel, Laynfear die schnell leveln möchte eher weniger. Man hat diese Zeiten ohne instanzierte Startgebiete fast vergessen. Ich soll am Anfang für einfache Dorfbewohner die üblichen Aufgaben erledigen. Sachen sammeln, verlorene Freunde finden und natürlich die bösen Feinde wie Banditen oder Getier besiegen. Und das ist langwieriger als man denkt, denn um Spawnplätze der Mobs enstehen Schlangen von Spielern. Ich liebe ja meine zwei Dolche, rate aber zumindest um die Chance auf einen Gegner zu haben, in manchen Regionen auf den Bogen zurückzugreifen. Laynfear schwurbelt sich so durch die ersten Gebiete, genießt die schönen Aussichten auf die sehr mittelalterliche Kulisse. Sie erfährt etwas von alten Göttern und wird ständig von Visionen niedergrungen. Verdammt, die Welt hat wohl zur Zeit anderes mit Laynfear vor. Stattlicher Held statt einfacher Bauer. Ich wehre mich noch gekonnt gegen die Story, und sammle Abseits der Pfade Erze, Pflanzen und Holz. Ein erster Schritt auf dem Weg des Banditen gelingt mir als ich einen Baum fälle der nicht mir gehört. Ein wahrhaft herrliches Gefühl. Das alsbald zerstört werden wird...

Voller diebischer Freude gelange ich in ein etwas größeres Dorf mit großen Pferdekoppeln. Kriege ich jetzt mein Pferd? Nein, ein Fohlen. Laynfear die Fohlenflüsterin betanzt, streichelt und "bewässert" dieses süße kleine Ding mit den großen Kulleraugen. Es vergeht nicht viel Zeit und aus dem kleinen Ding wird ein stattlicher grauer Hengst. Das schöne Gameplayelement, er bleibt bei einem, auch wenn man absteigt und verschwindet nicht einfach wie in anderen MMOGs (geht zwar auch, muss man aber nicht). Ich taufe ihn auf den Nahmen "Sehnsucht" und möchte ein Foto von den zwei machen. Schnell Laynfear vor Sehnsucht positioniert... – da trifft mich der Schlag. Was in Gottes Namen läuft da aus meiner Nase? Also aus der von Laynfear. Texturfehler? Ich scrolle näher an das bildhübsche Gesicht ran. Verdammt, wirklich. Fettester Schnodder läuft aus beiden Nasenlöchern bis hin zur rechten Wange hinab. Ist das der Grund warum mich nie einer in die Gruppe geladen hat? Welcher Entwickler bietet seinen Spielern bitte die Option für Schnodder an?! Ich muss beim Narben basteln verrutscht sein. Muss ich jetzt bis zum Ende mit Schnodder rumlaufen? Laynfear die gefürchtete Piratenkönigin mit Schnodder im Gesicht? Aber ich kann die gute Dame auch nicht begraben. Und Sehnsucht. Mein erstes Pferd mit eigenem Namen. Ich entdecke zum Glück die Option im Spiel seinen Charakter umzustylen. Es kostet ein paar Euronen, aber hey, das wird locker wieder reingeholt.

Beflügelt vom Nase putzen reite ich weiter in die Welt hinein und direkt in die Arme eines unfreundlichen Hauptmanns. Der erklärt mir die natürlich auswegslose Situation am anderen Ende des Strands, wo fiese Banditen die Stadtwachen niedermähen. Er schenkt mir ein Ruderboot um zur gegenüberligenden Bucht zu rudern und dort die Banditen zurückzuschlagen. Voller Stolz springe ich ins Boot, das in den fantastisch aussehenden Wellen herrlich hin- und her dümpelt. Bin ich jetzt schon ein Pirat? Ich schaue mich um und sehe ein größeren Clipper in den Hafen laufen. Die Segel blähen sich im Wind, die Welle schäumt am Bug. Wer Meere und Boote liebt, der ist in Archeage richtig. Auf dem Clipper sind zwei feindlichen Spielern. Ich schäme mich ein wenig für mein Ruderboot und schau was die Zwei machen. Sie bepacken sich mit schweren Körben voller Steine und Holz. Es scheinen Händler zu sein. Es dauert drei Wimpernschläge da sprinten drei Nuian aus einer Hafengasse und greifen die Händler an. Sie werden nett gesagt, niedergemäht und die drei Nuian teilen sich die Beute. So läuft das also denk ich mir. Geil! Oder irgendwie auch nicht.


Nun aber die Paddel durchgezogen, äh nein, da kommen ja noch zwei Clipper. Stolz prangt auf deren Segel ein goldenes Wappen. Ich dachte der Clipper eben wäre geil, da wusste ich nicht wie geil es noch werden kann. Auch Sie sind aus der feindlichen Fraktion, auch Sie wollen Handeln. Aye, denkt mein Piratenherz, nun werden die nächsten ausgeraubt. Doch so stolz deren Schiffe, so schlauch deren Spieler. Es stürmen mehrere schwergepanzerte Ritter aus den Schiffen und sichern den Steg, danach kommen ein paar Magier, einer schaut mich argwöhnisch an. Aber da ich Lumpen anhabe und in einem Ruderboot sitze, werde ich als das eingeschätzt was ich bin, ein Niemand und in Ruhe gelassen. Auch jetzt stürmen ein paar Nuian den Händler entgegen um Beute zu machen. Aber diesmal dauert es nur ein paar Wimpernschläge und Sie wurden aus einer Mischung von Zweihänder und Feuerball weggerotzt. Währenddessen bepacken sich drei weitere feindliche Spieler mit Körben und bringen ihre Ware mit Geleitschutz dahin wo immer Sie auch hinwollten.

Ob sie es geschafft haben? Keine Ahnung. Ich bin weggerudert. Und es mag sich doof anhören, das bißchen ruder rockt, wie geil muss es sein wenn man erst so ein Segelboot hat! Doch das ist eine weit entfernte Geschichte, der nächste Ausflug wird davon berichten wie ich die ersten Hühner schlachte - natürlich von fremden Spielern und wie ich Getreide anbaue und nebenbei noch Jungfrauen rette.


Aktualisiert (Mittwoch, den 24. September 2014 um 07:24 Uhr)

 

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